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Mastzellaktivierung bei Histaminintoleranz und Reizdarm

Dass eine Histaminintoleranz sehr oft mit einer erhöhten Mastzellaktivierung einhergeht, ist kein Geheimnis. Immerhin sind es Mastzellen, die Histamin ausstoßen. Aber auch das Reizdarmsyndrom kann durch eine pathologische Mastzellaktivierung verursacht werden.

Mastzellen und Reizdarm

Mastzellen sind an vielen physiologischen Prozessen beteiligt. Daher ist es naheliegend, dass eine gestörte Mastzellfunktion zu Funktionsstörungen, wie u.a. zum Reizdarmsyndrom, führen kann. Unter anderem auch, weil durch die erhöhte Histaminproduktion Entzündungen begünstigt werden. Dies kann in Folge zu Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen.

Studien haben übrigens bereits gezeigt, dass durch die Gabe von Antihistaminika Reizdarm-Symptome reduzieren werden können. Dass Antihistaminika die Ausschüttung von Histamin aus den Mastzellen verhindern, ist aber ein Mythos. Durch Antihistaminika werden ausschließlich die Auswirkungen eines erhöhten Histaminspiegels abgefangen. Wer also tatsächlich Reizdarm-Symptome mit der Einnahme von Antihistaminika lindern kann, sollte versuchen, der Ursache für eine vermehrte Ausschüttung von Histamin im Körper auf den Grund zu gehen.

Bye-bye Fruktoseintoleranz?

Meine eigenen Erfahrungen mit Antihistaminika sind die folgenden: Ich habe immer geglaubt, ich hätte eine sehr stark ausgeprägte Fruktoseintoleranz. Doch seit ich Antihistaminika nehme, esse ich ohne Probleme mehrere Äpfel am Tag, süße meinen Frühstücksbrei mit Ahornsirup etc. und merke, insofern ich es nicht total übertreibe, gar nichts. Kein Grummeln im Bauch, kein Im-9.-Monat-Schwanger-Gefühl, nichts. Und die Fruktoseintoleranz ist zwar vorhanden, aber eben nur minimal. Was für eine Erleichterung! Es sei hier angemerkt, dass es sich bei Antihistaminika ein Medikament handelt, das auch Nebenwirkungen haben kann. Auf lange Sicht ist es unabdingbar, die Wurzel des Problems zu beseitigen und somit ohne Antihistaminika auskommen zu können. Durch die Einnahme von Antihistaminika weiß ich nun, dass Histamin bei meinen Nahrungsmittelintoleranzen eine zentrale Rolle spielt.

Stufendiagnostik – Verdacht Mastzellaktivierung

Du suchst noch immer nach dem Auslöser für dein Reizdarmsyndrom? Andere Ursachen, wie Nahrungsmittelallergien bzw. -intoleranzen wurden bereits ausgeschlossen?  Dann ist eine erhöhte Mastzellaktivierung für dich womöglich eine heiße Spur, um das Rätsel deines Reizdarmsyndroms zu lösen. Hier (S. 10) findest du genauere Infos zur Stufendiagnostik bei einem Verdacht auf Mastzellaktivierung.

Natürliche Mastzellstabilisatoren

Was du aber bereits jetzt tun kannst, um deine Mastzellen auf natürliche Weise zu stabilisieren, ohne Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen: Mastzellstabilisierende Lebensmittel zu dir nehmen. Hier sind meine Lieblings-Mastzellstabilisatoren aus der Natur:

  1. Curcuma: Dieses Gewürz kommt bei mir praktisch in jedes Essen und zusätzlich nehme ich es auch als Nahrungsergänzungsmittel ein.
  2. Äpfel enthalten Quercetin, ein weiterer Mastzellenstabilisator aus der Natur. Auch Quercetin gibt es als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen. Weitere mastzellstabilisierende Obstsorten sind Granatäpfel, Preisel-, Heidel- und Johannisbeeren.
  3. Süßkartoffeln enthalten neben Quercetin ebenfalls Rutin. Auch Rutin wirkt sich stabilisierend auf Mastzellen aus.
  4. Falls du Zwiebeln und Grünkohl verträgst – diese sind ebenfalls mastzellstabilisierend und können somit zu einem guten Bauchgefühl beitragen.
  5. Verfeinere deine Speisen häufig mit Schnittlauch und Liebstöckel – auch so sorgst du für eine Extraportion Quercetin.
  6. Tees mit Ingwer, Tulsi oder Reishi können ebenfalls zu deinem Wohlbefinden beitragen.

Übrigens: Vitamin C ist zwar kein Mastzellstabilisator, verdrängt aber, sozusagen, Histamin aus dem Blut. Daher wirkt es auch so gut bei akuten Histaminsymptomen. Wenn du also generell viel frisches Obst und Gemüse zu dir nimmst, kannst du auf natürliche Weise deinen Histaminspiegel regulieren, insofern du an eine Histaminintoleranz leidest. Achte dabei aber unbedingt auf die Verträglichkeit der verschiedenen Lebensmittel.

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